18.04.2007 Junge Welt
Es geht weiter


Der durch die Osterpause unterbrochene Bildungskampf in Griechenland geht in die nächste Runde

Heike Schrader, Athen

Die Osterferien sind vorbei und der Kampf geht weiter. Daran hat sich nichts geändert, seit die Regierungspartei gegen die Stimmen aller Oppositionsparteien im März ihr umstrittenes Hochschulrahmengesetz nach neoliberalem EU-Muster verabschiedet hat. Gleich am ersten Donnerstag (19.4.) nach der Osterpause gingen in Athen und Thessaloniki erneut Tausende auf die Strasse. Nur die Unibesetzungen sind merklich zusammengeschrumpft. Statt der 200 bis 300 Institute halten einige Unermüdliche noch einige Dutzend Hochschuleinrichtungen besetzt. „Wir müssen Kraft sammeln für den Beginn des Wintersemesters im Oktober, wenn die Regierung versuchen wird, das Gesetz de facto einzuführen“, erklärt Nikos von der Athener Universität Polytechnikum gegenüber junge Welt. In der Zwischenzeit müsse man auch die verlorengegangene Prüfungsperiode nachholen. Denn viele Studierenden können es sich nicht leisten, ein ganzes Semester zu verlieren. „Wenn wir sie dazu zwingen, diskreditiert das die ganze Bewegung.“
Das bedeutet natürlich nicht, dass der Kampf bis zum Oktober ausgesetzt wird. Demonstrationen wird es nach wie vor geben, auch eintägige Universitätsbesetzungen sind schon beschlossene Sache. Mehr symbolische Aktionen sollen den bisherigen harten Dauerstreik zeitweise ersetzen und den Kampfgeist aufrecht erhalten. Den Anfang machten schon am Mittwoch Mitglieder (18.4.) der Panspudastiki, Studierendenfraktion der Kommunistischen Partei Griechenlands, KKE. Sie besetzten für einige Stunden das neue Gebäude des wohl nicht ohne Hintergedanken aus der Innenstadt in den Norden Athens gezogene Bildungsministeriums. Auf einem riesigen vom Gebäude gehängten Transparent forderten die Aktivisten die Rücknahme des Hochschulrahmengesetzes und eine qualitativ hochwertige, einheitliche, staatliche und für die Studierenden kostenlose Bildung.