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Redebeitrag der Gruppe Unistreik-International Im Sommer 2006 begannen Studierende in Griechenland damit
ihre Universitäten zu besetzen. Ihre Dozenten und Fakultäten
halfen ihnen dabei. Griechenland passt damit den Bildungssektor an den europäischen
Markt an. Die EU hat beschlossen, dass die europäischen Hochschulen
nicht nur vergleichbar sein müssten, sondern auch in Konkurrenz
zueinander treten sollen. Das Ziel ist die Schaffung von Eliteuniversitäten
an denen reiche Studierende auf ein Leben in der Upperclass vorbereitet
werden, während alle anderen sich ein Studium entweder nicht leisten
können oder in schlecht ausgestatteten Unis so schnell wie möglich
ihren Abschluss machen müssen. Dass ein Abschluss an einer Eliteuni
mehr wert ist als an einer öffentlichen Uni dürfte klar sein.
In Griechenland wurden am 8. März 2007 diese Änderungen vom Parlament beschlossen. Vor dem Gebäude demonstrierten 30.000 dagegen. Wie immer griff die Polizei an. Wie immer wurden massenweise DemonstrantInnen verhaftet. Und dennoch lässt sich die Protestbewegung nicht aufhalten und polarisiert die ganze griechische Gesellschaft. Der Staat antwortet auf die Massenproteste mit Repression, mit Gewalt, mit Verhaftungen und Prozessen. Opfer dieser Schikanen sind meist Leute, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Sie werden in die Knäste gesteckt und mit mehrjährigen Haftstrafen bedroht. Auch der Berliner Timo, der als Urlauber sich an den Bildungsprotesten in Thessaloniki beteiligt hat, wurde eingesperrt und sitzt seit zwei Monaten in griechischer Haft Auch hier kennen wir diese Strategie des Staates mit Protest
umzugehen. Beim letzten Schulstreik in Berlin im September 2006 wurden
auch viele SchülerInnen zusammengeschlagen und verhaftet. Gegen
vier SchülerInnen wurden sogar Haftbefehle verhängt. Vor kurzem
war der Prozess, der mit sehr geringen Strafen zu Ende ging. Der staatlichen Repression müssen wir unsere Solidarität entgegen halten. Uns geht es alle an wenn SchülerInnen hier verhaftet werden. Uns geht es auch was an, wenn Protestierer in Griechenland inhaftiert werden. Betroofen sind nur wenige, aber gemeint sind wir alle! Die Bildungsreform wird überall in Europa umgesetzt und erfordert deshalb eine gemeinsame Antwort der europäischen Studierenden und SchülerInnen. Deshalb: Solidarität mit den griechischen Bildungsprotesten!
Freiheit für die Inhaftierten.
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